stefan mesch

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Was soll der #aufschrei, Mädels? MUSS das sein?

Was soll der “#Aufschrei!”-Kram…?, mögen Skeptiker fragen.

Und ich verstehe die Frage: Sind ein PAAR blöde Sprüche, die man sich im Alltag halt so einfängt, als Frau… sooo eine Krise? Ist das einen “Aufschrei” wert? Echt, jetzt…?

Ich glaube, schon.

Die Vorgeschichte ist HIER: “Während in den Medien die Sexismus-Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle thematisiert werden, veröffentlichen Twitter-Nutzerinnen seit dem späten Donnerstagabend ihre persönlichen Erfahrungen mit Alltagssexismus unter dem Hashtag #Aufschrei.”

Der Hildesheim-Bezug: “Eins steht fest: Die Diskussion ist in vollem Gange. Verantwortlich dafür ist Nicole von Horst, die unter dem Namen @vonhorst twittert. Sie verschickte den ersten Tweet zum Thema, prompt stieg eine andere Twitter-Nutzerin ein.”

..und der Blogpost (via: Bildblog / 6 vor 9), über den ich heute morgen auf die Aktion / Debatte aufmerksam wurde:

„Mädels, diese Opferrolle steht Euch nicht.“, schreibt ein Twitter-User. Und ich glaube, jeder von uns hat Bekannte, die mit den Augen rollen und sagen: “Echt, jetzt? DAS ist ein Aufschrei? DA fühlen sich Leute zu Opfern gemacht?”

…zum einen (Arschloch-Rhetorik!) fragen sich Skeptiker, ob Frauen “das nicht wollen, eigentlich” – weil sie ja auch “ne Menge tun, um uns Männern zu gefallen! Kleidung, Gehabe etc.” DIESES (Nicht-)Argument hat, zum Glück, endlich nen Namen. “Patriarchal Bargain”. Mehr hier. Lohnt sich:

Zum anderen aber gehts um Deutungshoheit: Schon WIEDER wer, der sich beschwert? Schon WIEDER wer, auf den wir Rücksicht nehmen sollen? Da könnte ja jeder kommen?! Sind die ALLE benachteiligt? Und wir müssen uns ändern – für DIE? Da geht’s doch nur um Macht. Kontrolle. Bevormundung! (Leserkommentare lesen – unbedingt!)

Privat / persönlich macht der “Aufschrei!”-Slogan für mich Sinn, ist die Debatte gerechtfertigt, weil hier “Microaggressions” zusammengetragen und sortiert werden: Der kleine, alltägliche Scheiß. Der sich viel, viel zu schnell summiert.

Mehr hier. Kulturwissenschafts-Freunde? Benutzt den Begriff: nützlich und klug!

Und – zum Abschluss, von meiner Seite: Wenn ich als Leser / Zuschauer zwei, drei Sehrerfahrungen sammle, bei denen Frauen, Töchter, Mütter, Freundinnen eines Helden getötet werden, um die Handlung voran zu bringen, denke ich: “Tja. Okay – braucht mal halt manchmal: ein paar Opfer, um die Geschichte zu erzählen. DAS ist nicht gleich Sexismus.”

Wenn dasSELBE Konzept einen Namen kriegt… sortiert, geordnet und so benannt / definiert wird, dass in jedem Fall geprüft werden kann: “Musste Mausi nur sterben, damit der Held weiter Held sein kann?” aber…

…haben Gespräche – bei der nächsten toten Freundin im Fernsehen – ne andere Tiefenschärfe. Dass Aktivisten sagen: “DAS ist nicht ‘blöd gelaufen’”, “DAS ist nicht ‘normal’”, “DAS ist nicht ‘halt so ne Kleinigkeit’”, sondern: “Freunde? DAS ist Alltagssexismus – und mir steht’s bis hier: #aufschrei”…”

..schärft unser Bewusstsein. Und “bringt” auf jeden Fall was. So “läppisch” die einzelnen Episoden vielleicht wirken, und so gerne viele Leute diese Debatte auch “hysterisch” nennen würden.

Soweit von mir.

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mehr?

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    Großartige Zusammenfassung! Danke!
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